Wie sich das Zeitfenster zwischen Maghrib und Ischa im Winter verkürzt
Düsseldorf liegt auf 51,22° nördlicher Breite. Dadurch sind die Tage im Dezember sehr kurz: Die Sonne geht schon am späten Nachmittag unter, während die Morgendämmerung relativ spät einsetzt. Schariatisch beginnt Maghrib sofort mit dem Sonnenuntergang, Ischa aber erst, wenn die nautische Dämmerung beendet ist und der Himmel vollständig dunkel wird. Je näher man sich am Wintersolstitium befindet, desto geringer ist die Zeitspanne, die die Sonne braucht, um die dafür nötigen 15 – 18 Grad unter den Horizont zu sinken. In der Praxis bedeutet das, dass zwischen Maghrib und Ischa oft kaum mehr als 60 bis 70 Minuten liegen. Gläubige sollten deshalb rechtzeitig planen: Wer das Abendgebet nicht bald nach Maghrib verrichtet, läuft Gefahr, die Ischa-Zeit zu verpassen.
Im Sommer zeigt sich das Gegenteil: Die Sonne benötigt deutlich länger, um die gleiche Tiefe zu erreichen. Deshalb beginnt Ischa in Düsseldorf im Juni erst sehr spät, teilweise nach 23 Uhr. Für Kinder oder Berufstätige empfiehlt es sich hier, die islamisch zulässige Erleichterung der Zusammenlegung von Maghrib und Ischa in Ausnahmefällen mit wissenden Personen zu besprechen.
MWL, Diyanet, IGMG – warum mehrere Rechenmethoden im Umlauf sind
Für Deutschland werden vor allem drei Systeme genutzt:
- MWL (Muslim World League): international verbreitet, verwendet für Fadschr 18° und für Ischa 17° unter dem Sonnenhorizont.
- Diyanet: offizielle türkische Religionsbehörde, rechnet mit 18° für beide Zeiten, rundet jedoch auf volle Minuten und passt die Tabelle an die türkische Zeitzone an, bevor sie für Europa korrigiert wird.
- IGMG: verwendet dieselben Winkel wie Diyanet, kalibriert die Ergebnisse jedoch direkt auf mitteleuropäische Beobachtungen und berücksichtigt Sommerzeitumstellungen punktgenau.
Alle drei Methoden basieren also auf identischen astronomischen Daten (Datum, Koordinaten, Zeitzone) und unterscheiden sich nur in Zwischenschritten wie Rundung, Sicherheitspuffer oder der lokalen Validierung. Dasselbe gilt für Moonsighting Committee oder Uni-Projekte, die eigene Tabellen veröffentlichen. Kleine Abweichungen von zwei bis fünf Minuten sind normal und kein Grund zur Sorge, solange man sich innerhalb des jeweiligen Intervalls bewegt. Wer sich einer Moschee anschließt, folgt üblicherweise der dort genutzten Tabelle, um die Einheit der Gemeinde (Dschamāʿa) zu wahren.
Asr nach schafiitischer und hanafitischer Schule
Der Beginn der Asr-Zeit wird durch die Schattenlänge bestimmt. Die Schafiiten, Malikitischen und Hanbaliten betrachten den Zeitpunkt, an dem der Schatten eines Gegenstands seine eigene Länge erreicht plus den ursprünglichen Mittagsschatten. Hanafitische Gelehrte warten, bis der Schatten die doppelte Länge erreicht. In Düsseldorf liegt der Unterschied im Sommer bei etwa einer Stunde, im Winter bei 30 – 40 Minuten. Auf vielen deutschsprachigen Gebetslisten werden deshalb zwei Asr-Spalten geführt: Asr (Schafi‘i) und Asr (Hanafi). Beide Zeiten sind korrekt innerhalb ihres jeweiligen Rechtsschulrahmens. Wer nach dem hanafitischen Madhhab betet, darf natürlich auch früher beten, wenn ein triftiger Grund (z. B. Reise, Arbeitsende) besteht, aber die Tugend (faḍīla) liegt im späteren Zeitpunkt.
Moscheen und islamische Zentren in Düsseldorf
| Name | Adresse | Kontakt |
|---|---|---|
| DITIB Merkez Camii | Worringer Str. 30-32, 40211 Düsseldorf | — |
| Abu-Bakr-Moschee | Oberbilker Allee 29, 40215 Düsseldorf | — |
| Mevlana Camii | Witzelstr. 60, 40225 Düsseldorf | — |
| Erenler Camii | Bunsenstr. 5, 40215 Düsseldorf | — |
| Zentralmoschee Düsseldorf (IGMG) | Daimlerstr. 28, 40235 Düsseldorf | — |