Die Gebetszeiten, die hier für Andernach angezeigt werden, basieren auf astronomischen Berechnungen und auf den Koordinaten der Stadt (Breite 50,43° N, Länge 7,40° O). Diese Breite liegt deutlich nördlich des 45. Breitengrades und führt dazu, dass die Tage im Sommer lang und im Winter sehr kurz sind. Dadurch verschieben sich insbesondere Fadschr und Ischa saisonal stark: Im Juni beginnt Fadschr schon weit vor 04:00 Uhr, während Ischa erst gegen 23:00 Uhr erreicht wird; im Dezember hingegen liegen beide Gebete eng beieinander in den frühen Morgen- bzw. Abendstunden. Die hier veröffentlichten Zeiten berücksichtigen neben der geografischen Lage auch die jeweilige Kalenderdaten, den Zeitzonenversatz (Europa/Berlin) sowie die für Deutschland üblichen Rechenparameter (Anbruch des bürgerlichen Morgengrauens bei 18 ° unter dem Horizont für Fadschr bzw. Ischa).
Warum die Asr-Zeit je nach Madhhab variiert
Für die Asr-Zeit existieren zwei anerkannte Herangehensweisen:
- Shafiʿi-, Maliki- und Hanbali-Schule: Asr beginnt, sobald der Schatten eines Gegenstands seine eigene Länge erreicht hat (zuzüglich des mittagsbedingten Nullschattens).
- Hanafi-Schule: Asr beginnt, wenn der Schatten das Doppelte der eigenen Länge beträgt.
Weil sich die Sonne jeden Tag in einem leicht anderen Winkel bewegt, ergibt dies für Andernach eine Differenz zwischen beiden Methoden von durchschnittlich 40 bis 70 Minuten. In den langen Sommertagen ist die Abweichung etwas größer, da der Sonnenstand flacher verläuft. Beide Ansätze sind islamisch legitim; wer der hanafitischen Schule folgt, wartet bis zur zweiten Schattenlänge, alle anderen können bereits zur ersten Länge beten. Das Monatsdiagramm auf dieser Seite zeigt daher zwei Asr-Spalten, damit jede und jeder die für sich passende Zeit findet.
Zeitmanagement im deutschen Alltag – Tipps für kurze Wintertage
Im Winter verkürzt sich das Zeitfenster für die Mittags- und Nachmittagsgebete deutlich. Zwischen Zuhr und Maghrib liegen teilweise weniger als vier Stunden, während Berufs- und Uni-Verpflichtungen unverändert bleiben. Einige erprobte Strategien:
- Feste Erinnerungen: Plane Zuhr direkt in deine Mittagspause und stelle eine dezente Benachrichtigung für Asr, sobald du zurück am Arbeitsplatz bist.
- Gebetsplatz einrichten: In vielen deutschen Betrieben genügt ein ruhiger, sauberer Raum. Ein kleiner Gebetsteppich im Schrank spart Zeit.
- Wudūʾ klug legen: Wer bereits vor der Vorlesung oder einem Meeting die Gebetswaschung macht, verliert zur eigentlichen Gebetszeit keine Minuten.
- Konsolidieren: Wenn sich Verzug nicht vermeiden lässt, erlaubt die Sunna, Maghrib und Ischa unterwegs im ersten Drittel der Nacht zusammenzulegen. Dennoch sollte dies die Ausnahme bleiben.
- Früh schlafen: Da Ischa im Winter früh beginnt, verschiebt sich auch die empfohlene Schlafenszeit. So lässt sich Fadschr () ausgeruht verrichten.
Maghrib und Ischa: warum die Spanne im Winter so kurz ist
Maghrib beginnt genau mit dem Sonnenuntergang und endet, sobald die rote Abenddämmerung verschwindet. Je höher der Breitengrad, desto steiler taucht die Sonne im Winter unter den Horizont. In Andernach sinkt sie um etwa 4 ° pro Stunde; dadurch vergeht nur rund eine Stunde, bis die zivilen Dämmerungsfarben verblassen und die astronomische Nacht beginnt. Das hat zwei praktische Folgen:
- Das Zeitfenster, in dem Maghrib gebetet werden kann, ist äußerst kurz – oft kaum länger als 55 Minuten.
- Ischa tritt sehr bald ein. Wer direkt nach dem Adhān zu Maghrib betet, hat nach Sunnah allerdings genügend Zeit, zu Abend zu essen, Wudūʾ zu erneuern und sich zu sammeln, bevor Ischa fällig wird.
Im Sommer zeigt sich das Gegenstück: Die Sonne verschwindet flacher unter den Horizont, und die Abenddämmerung hält wesentlich länger an. Deshalb kann Ischa in den hellen Monaten erst spät in die Nacht hinein beginnen. Für Andernach fällt es Alhamdulillāh noch unter die normalen 18-Grad-Grenzen, sodass vollständige Ischa-Zeiten das ganze Jahr hindurch berechnet werden können.