Wie wird die Zeit für Fadschr in Ansbach berechnet?
Die Fadschr-Zeit beginnt mit dem ersten Morgengrauen (arab. al-Fadschr as-ṣādiq). In der Praxis wird dafür der Moment gewählt, in dem die Sonne einen bestimmten Winkel unter dem Horizont erreicht hat. Für Deutschland liegt dieser Berechnungswert bei 18 ° bis 15 ° Sonnenhöhe, je nach genutztem Gebetszeiten-Kalender. Bei 49,3 ° nördlicher Breite – das entspricht Ansbach – sind die Dämmerungsphasen im Sommer besonders lang, im Winter dagegen sehr kurz. Dadurch verschiebt sich Fadschr im Juni weit nach vorne in die Nacht, während er im Dezember erst kurz vor 7 Uhr beginnt. Grundlage jeder Berechnung sind:
- das aktuelle Datum;
- die geografischen Koordinaten (49,3048 ° N, 10,5931 ° E);
- die Zeitzone Europe/Berlin (UTC +1 bzw. +2 im Sommer);
- die vom jeweiligen Recheninstitut gewählte Sonnenwinkel-Methode.
Dass sich die Fadschr-Zeit je nach Quelle um einige Minuten unterscheidet, hängt vor allem von der Wahl des Sonnenwinkels und von Rundungsregeln ab. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, beginnt das Gebet etwas früher und beendet es spätestens um .
Asr-Zeiten: Hanafi- und Schafiʿi-Methode im Vergleich
Die Zeitspanne für das Asr-Gebet richtet sich nach der Länge des Schattens eines senkrechten Objekts. Hier unterscheiden sich zwei anerkannte islamische Rechtsschulen:
- Schafiʿi, Maliki, Hanbali: Asr beginnt, wenn der Schatten eines Objekts seine eigene Länge erreicht zusätzlich zum Mittagsschatten, also dem Schatten zur Zeit von Zuhr.
- Hanafi: Asr beginnt erst, wenn der Schatten die doppelte Länge des Objekts erreicht hat (ebenfalls zusätzlich zum Mittagsschatten).
Der Abstand zwischen beiden Methoden beträgt in Ansbach je nach Jahreszeit 20 bis 40 Minuten. Bei langen Sommertagen ist die Differenz tendenziell größer, weil sich die Sonne flacher bewegt. Viele Kalender führen deshalb zwei Asr-Spalten oder kennzeichnen die spätere hanafitische Zeit gesondert. Wer dem hanafitischen Fiqh folgt, wartet bis zur längeren Schattenlänge, während andere schon früher beten dürfen. Beide Ansätze basieren auf authentischen Hadithen und sind gültig.
Schuruq – warum das Ende der Fadschr-Zeit so wichtig ist
Schuruq bezeichnet den Moment, an dem die obere Sonnenscheibe den Horizont berührt. Nach islamischer Lehre muss das Fadschr-Gebet vor diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein; danach tritt eine kurze Phase ein, in der freiwilliges Beten makruh ist. Erst wenn die Sonne eine Speerlänge (ca. 15 °) gestiegen ist, öffnet sich das Fenster für Duha-Gebete. Der direkte Zusammenhang zwischen Fadschr und Schuruq erklärt, warum kleine Ungenauigkeiten bei der Fadschr-Berechnung sofort Auswirkungen auf das erlaubte Ende haben.
In Ansbach verschiebt sich Schuruq jahreszeitlich um fast zwei Stunden: Sommersonnenaufgang gegen 5 Uhr, Wintersonnenaufgang gegen 8 Uhr. Diese Spanne spiegelt den Einfluss der mittleren Breite wider. Besonders im Juni führen die hellen Nächte dazu, dass die astronomische Morgendämmerung kaum endet, was die Festlegung von Fadschr anspruchsvoll macht. Seriöse Kalender greifen hier auf wissenschaftliche Modelle zurück und publizieren für Norddeutschland teils angepasste Korrekturmethoden; für Ansbach sind Standardwerte jedoch ausreichend.