Unterschiede zwischen den Berechnungsmethoden (MWL, Diyanet, IGMG)
Alle drei Methoden basieren auf den gleichen islamisch-rechtlichen Grundlagen, unterscheiden sich aber in den eingesetzten astronomischen Parametern und damit in den Ergebnissen um wenige Minuten.
Muslim World League (MWL)
Die MWL nimmt für Fadschr einen Sonnenstand von −18 ° und für Ischa von −17 ° an. Diese universelle Vorgabe ist besonders in vielen internationalen Apps verbreitet und wird häufig als Voreinstellung genutzt.
Diyanet (Türkisches Präsidium für Religionsangelegenheiten)
Diyanet arbeitet ebenfalls mit −18 °/−17 °, berücksichtigt jedoch zusätzlich die Geländehöhe und wendet die hanafitische Regel für Asr an (Schattenlänge = zweifache Objekthöhe). In Deutschland übernehmen die meisten türkischen Moscheegemeinden diese Zeiten.
IGMG (Islamische Gemeinschaft Millî Görüş)
Die IGMG publiziert eigene Kalender, die im Wesentlichen auf den Diyanet-Werten basieren, sie aber um kleinräumige Korrekturen für die jeweilige Stadt ergänzen. Dadurch weichen die IGMG-Zeiten in Bezirk Hamburg-Mitte manchmal um 1–2 Minuten von den reinen Diyanet-Angaben ab.
Welcher Ansatz gewählt wird, ist letztlich eine Frage der Gemeindepraxis. Wichtig ist, konsequent bei einer Methode zu bleiben, damit keine Verunsicherung bei Jamaʿa- oder Familiengebeten entsteht.
Fadschr und die astronomische Morgendämmerung
Fadschr beginnt, wenn der erste weiße Lichtstreifen (die sogenannte wahre Morgendämmerung) erscheint. Astronomisch entspricht das dem Zeitpunkt, an dem die Sonne etwa 18 ° unter dem Horizont steht. Die Berechnungsprogramme ermitteln diesen Winkel unter Berücksichtigung von:
- Datum und Sonnenbahn
- Breitengrad (53,55 ° N in Bezirk Hamburg-Mitte)
- Längengrad und Zeitzone (MEZ/MESZ)
Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto länger dauert die astronomische Dämmerung. Auf 53,55 ° N verschiebt sich Fadschr im Sommer bis in die frühen Morgenstunden, während er im Winter schon weit vor 6 Uhr erreicht wird. Bei sehr hohen Breitengraden verschmelzen Fadschr und Ischa teilweise, was spezielle Ersatzmethoden erforderlich macht; dazu mehr im FAQ.
Die Differenz zwischen Fadschr und Sonnenaufgang () beträgt im Sommer oft weniger als zwei Stunden. Wer fastet oder frühe Reisen plant, sollte diesen Abstand im Blick behalten.
Das knappe Zeitfenster zwischen Maghrib und Ischa im Winter
Maghrib beginnt unmittelbar mit dem Sonnenuntergang, wenn die obere Sonnenscheibe den Horizont vollständig passiert hat. Der Beginn von Ischa wiederum wird durch das Verschwinden der roten Abenddämmerung bestimmt, typischerweise bei −17 °. Im Winter sinkt die Sonne in Norddeutschland steiler unter den Horizont. Dadurch verkürzt sich das Intervall:
- Im Dezember beträgt die Spanne zwischen Maghrib und Ischa häufig nur 60–70 Minuten.
- Im Juni kann sie auf über zwei Stunden anwachsen, weil die Sonne flacher untergeht.
Wer nach Feierabend betet, sollte im Winter besonders darauf achten, Maghrib nicht aufzuschieben. Ein praktischer Tipp ist, Ischa in dieser Jahreszeit direkt nach dem Eintreten zu verrichten – viele Moscheen in Bezirk Hamburg-Mitte legen ihre Gemeindegebete entsprechend eng.
Zu Asr ist zu beachten, dass die hanafitische Berechnung (zweifache Schattenlänge) das Gebetsfenster später beginnen lässt als die shafiitische, malikitische und hanbalitische Sicht (einfache Schattenlänge). In den unten aufgeführten Moscheen können sich daher unterschiedliche Zeiten auf den Anschlagtafeln finden.
Moscheen und islamische Zentren in Bezirk Hamburg-Mitte
| Name | Adresse | Kontakt |
|---|---|---|
| Centrum Moschee Hamburg (DITIB) | Böckmannstraße 40, 20099 Hamburg | +49 40 280 49 60 |
| El-Iman Moschee | Billstraße 80, 20539 Hamburg | — |
| Islamisches Zentrum Al-Nour | Borgfelder Straße 17, 20537 Hamburg | — |