Was bedeutet Schuruk und warum endet die Zeit für das Fadschr-Gebet davor?
Schuruk bezeichnet den Moment, an dem die obere Kante der Sonnenscheibe den Horizont in Dillingen an der Donau erreicht. Mit diesem Augenblick endet die Zeit für den Fadschr. Wer also noch vor Sonnenaufgang beten möchte, sollte sein Gebet spätestens einige Minuten vor abschließen. Der Prophet ﷺ empfahl, den Fadschr in der Dunkelheit der Morgendämmerung zu verrichten, damit das Gebet sicher innerhalb der vorgeschriebenen Zeit liegt. Nach Schuruk beginnt keine neue Pflicht, doch viele Gläubige verrichten freiwillige Duha-Gebete, sobald sich die Sonne etwas über den Horizont erhoben hat.
Praktisch heißt das: Solange der Himmel im Osten noch dämmert und die Sonne sich unterhalb des Horizonts befindet, ist Fadschr gültig. Sobald jedoch der erste Sonnenstrahl sichtbar wird, wechselt die Tagesphase, und die Gebetszeit geht in die Pause bis zum Zuhr über. Eine Uhrzeitangabe bietet hier eine Orientierung, ersetzt aber nicht das Bewusstsein für den tatsächlichen Sonnenaufgang.
Lange Sommertage auf 48,6° nördlicher Breite: Herausforderungen für das Ischa-Gebet
Dillingen an der Donau liegt auf 48,58° nördlicher Breite. Im Sommer führt diese geografische Lage zu sehr kurzen Nächten. Um die Sommersonnenwende kann die nautische oder sogar die astronomische Dämmerung in den späten Abend hineinreichen und kurz vor Mitternacht schon wieder einsetzen. Das hat spürbare Folgen für die Gebetszeiten:
- Der Fadschr rückt weit nach vorne, oft in die tiefe Nacht.
- Der Ischa verschiebt sich deutlich nach hinten, manchmal bis fast 23 Uhr.
- Zwischen Maghrib und Ischa bleibt nur ein schmales Zeitfenster, während zwischen Ischa und Fadschr kaum noch echte Dunkelheit herrscht.
In Jahren mit besonders hellen Nächten verschwinden die tiefen, sogenannten astronomischen Dämmerungsphasen fast vollständig. Einige Rechtsschulen erlauben dann, Ischa zu einer festgesetzten Zeit – etwa 90 Minuten nach Maghrib – zu beten. Andere verwenden den Wert der letzten Nacht, in der die Dämmerung noch berechenbar war. Solche Anpassungen sind dokumentierte Meinungen früherer Gelehrter und sollen sicherstellen, dass Gläubige ihre Gebete ohne unverhältnismäßige Erschwernis verrichten können.
Vom Sonnenstand zur Uhrzeit: So wird der Beginn des Fadschr berechnet
Die fünf täglichen Gebete richten sich nach klar definierten Sonnenpositionen. Für Fadschr und Ischa sind vor allem die Dämmerungswinkel entscheidend. International gebräuchliche Rechenmethoden setzen den Beginn der Morgendämmerung (astronomische Dämmerung) meist bei –18° Sonnenhöhe unter dem Horizont an. Einige Institute verwenden –17°, –15° oder regionale Erfahrungswerte. Schon ein Grad Unterschied kann den angezeigten Zeitpunkt um mehrere Minuten verschieben, weshalb verschiedene Kalender für Dillingen an der Donau gelegentlich leicht abweichen.
Zur Berechnung werden die geografischen Koordinaten (48,58153° N, 10,49527° E) sowie der lokale Zeitzonen-Offset (Europe/Berlin) benötigt. Die Software ermittelt die Sonnenbahn für das aktuelle Datum, berechnet sekundengenau, wann die Sonne die gewählten Dämmerungswinkel erreicht, und gibt daraus die Gebetszeiten aus. Da das Erdjahr nicht exakt 365 Tage zählt und die Erdbahn elliptisch ist, verändern sich die Tageslängen kontinuierlich – daher verschieben sich auch die Zeiten täglich um wenige Minuten.
Warum gibt es unterschiedliche Asr-Zeiten?
Beim Nachmittagsgebet unterscheiden sich die Rechtsschulen darin, welchen Schattenlängenfaktor sie heranziehen. Die hanafitische Methode setzt den Zeitpunkt, wenn der eigene Schatten die doppelte Länge des Objekts erreicht. Die übrigen drei sunnitischen Rechtsschulen sehen den Beginn bereits bei einfacher Schattenlänge. In den Tabellen findet sich deshalb häufig eine Spalte «+Hanafi» oder eine zweite Asr-Zeit. Beide Berechnungen gelten als legitim; Muslime folgen üblicherweise der Methode ihres jeweiligen Madhhab.