Frankenthal auf 49,5° nördlicher Breite – was bedeutet das für die Gebetszeiten?
Frankenthal liegt mit 49,53° nur knapp unter dem 50. Breitengrad. In dieser geografischen Zone sind die Unterschiede zwischen Sommer und Winter deutlich spürbar: Die Sonne verweilt im Juni sehr lange über dem Horizont, während sie im Dezember schon am späten Nachmittag untergeht. Für die Gebetszeiten hat das zwei unmittelbare Folgen.
- Lange Sommerabende: In der hellen Jahreszeit verschiebt sich das Ischa-Gebet weit nach hinten, weil die astronomische Abenddämmerung – das Ende der nautischen Dämmerung – spät eintritt. Wer beruflich früh aufstehen muss, merkt den Effekt besonders.
- Kurze Winternächte: Zwischen Maghrib und Ischa vergeht im Dezember oft weniger als 70 Minuten. Gleichzeitig rückt der Fadschr näher an 6 Uhr morgens heran, weil die Morgendämmerung länger dauert als weiter südlich.
Die Breite bestimmt also direkt, wann der Tag islamisch beginnt und endet. In Regionen jenseits von 48° können im Hochsommer sogenannte weiße Nächte auftreten, in denen das völlige Verschwinden der Dämmerung ausbleibt. Frankenthal bleibt knapp unter dieser kritischen Zone, doch schon hier ist das Ischa-Gebet im Juni häufig nach 23 Uhr.
Astronomische Dämmerung: Wie der Fadschr exakt berechnet wird
Der Beginn des Fadschr ist an das erste diffuse Licht am Osthorizont gekoppelt, die astronomische Morgendämmerung. Sie setzt ein, wenn der Sonnenmittelpunkt sich 18° unterhalb des Horizonts befindet. Internationale Gebetszeit-Institute verwenden für Frankenthal meist einen Winkel von 18° (Fadschr) und 17° (Ischa). Manche Gemeinden entscheiden sich für 15° oder 16°, um praktische Probleme in den Sommernächten zu verringern. Dadurch können die Zeiten um einige Minuten variieren.
Für den Gläubigen ist wichtig zu wissen, dass der Fadschr immer vor dem Sonnenaufgang – hier über repräsentiert – endet. Sobald die Sonnenscheibe den Horizont berührt, beginnt eine neue Phase des Tages, in der das Fadschr-Gebet nicht mehr gültig ist.
Die Berechnung stützt sich auf:
- Datum: Der Sonnenstand ändert sich täglich; deshalb aktualisiert sich das Gebetszeiten-Schema jeden Tag automatisch.
- Koordinaten: Breite 49,53414° N, Länge 8,35357° E.
- Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ).
- Rechenmethode: Eingestellte Winkel für Fadschr und Ischa, ergänzt um die lokale Höhe über dem Meeresspiegel.
Auf Basis dieser vier Faktoren können Computerprogramme den ersten und letzten Lichtschein am Himmel bis auf die Minute prognostizieren – vorausgesetzt, die Eingangsdaten sind konsistent.
Warum Maghrib und Ischa im Winter so nah beieinander liegen
Der Sonnenuntergang (Maghrib) ist der einfachste Zeitpunkt im islamischen Tag: Sobald die obere Kante der Sonnenscheibe verschwunden ist, tritt Maghrib ein. Von da an zählt man bis zum Ende der rötlichen Dämmerung (Schafaq Ahmar). In Frankenthal fällt diese Phase im Dezember extrem kurz aus, weil die Sonne steil unter den Horizont abtaucht. Dadurch:
- verkürzt sich das Zeitfenster für das freiwillige Abendessen vor Ischa,
- rücken die Zeiten von Maghrib und Ischa teilweise auf unter eine Stunde zusammen,
- muss man Fahr- und Heimwege in die Planung einbeziehen, um das Gebet nicht zu verpassen.
Viele Muslime nutzen daher eine feste „Pufferzeit“: Zum Beispiel werden 10 – 15 Minuten nach Maghrib gewartet, bevor man gemeinsam das Ischa beginnt. Diese Praxis ist zulässig, solange das Gebet innerhalb seines Rahmens verrichtet wird.
Moscheen und islamische Zentren in Frankenthal
| Name | Adresse | Kontakt |
|---|---|---|
| DITIB Fatih Moschee | Röntgenplatz 9, 67227 Frankenthal | [email protected] |
| Emir Sultan Moschee | Mahlastraße 95, 67227 Frankenthal | 06233 / 492 87 77 |
| Mevlana Moschee (IGMG) | Studernheimer Str. 28, 67227 Frankenthal | [email protected] |