Asr-Zeit: Unterschiede zwischen hanafitischer und schafi9atischer Berechnung
Die Asr2DZeit wird von allen vier Rechtsschulen fcber den Schatten eines Gegenstandes bestimmt, doch das Kriterium ist nicht identisch. Im schafi9atischadmalikitischen und hanbalitischen Ansatz beginnt Asr, wenn die Le4nge des Schattens genau der Hf6he des Objekts zuzfcglich des Mittagsschattens entspricht. Der hanafitische Fiqh wartet dagegen, bis der Schatten das Doppelte der eigenen Hf6he erreicht hat. In Freiburg im Breisgau liegt die Differenz zwischen beiden Berechnungen je nach Jahreszeit bei rund 35 bis 70 Minuten.
Wer dem hanafitischen Madhhab folgt, findet daher in vielen deutschen Gebetskalendern zwei Asr2DSpalten. Beide Zeiten sind korrekt, weil sie jeweils auf einer anerkannten Quelle beruhen. Entscheidend ist, dass man konsistent einer Methode folgt – so wie man es innerhalb der eigenen Gemeinde oder Familie gewohnt ist.
Aus praktischer Erfahrung im Breisgau zeigt sich: Im Sommer schiebt sich die hanafitische Asr2DZeit in den frfchen Abend, we4hrend im Winter der Abstand zu Maghrib nur noch gering ist. Wer Beruf, Studium oder Schulzeiten planen muss, sollte diese Verschiebung kennen, um keine Gebetszeit zu verpassen.
Wie Lage und Le4nge Freiburgs den Sonnenuntergang beeinflussen
Freiburg im Breisgau liegt auf 7,85b0 d6stlicher Le4nge und 47,996b0 Nf6rdlicher Breite. Damit befindet sich die Stadt deutlich westlich des Bezugsmeridians ffcr die Mitteleurope4ische Zeit (15b0 Ost). Jede Le4ngenminute entspricht etwa vier Sekunden, jede Le4ngengrad rund vier Minuten. Folglich erreicht die Sonne ihren Hf6chststand fcber Freiburg etwa 28 Minuten spe4ter als in Orten auf dem 15.b02DMeridian. Gleiches gilt ffcr den Sonnenuntergang: Im Vergleich zu Ste4dten in Ostdeutschland geht die Sonne hier messbar spe4ter unter, was das Maghrib2DEndesignal nach hinten verschiebt.
Die nf6rdliche Breite von fast 48b0 hat zuse4tzlich Einfluss auf die De4mmerung. Im Hochsommer verschmelzen Abend2D und Nachtde4mmerung nahezu miteinander. Das ffchrt dazu, dass die Ischa2DZeit sehr spe4t (teilweise nach 23 Uhr) einsetzt und der Fadschr schon kurz nach 3 Uhr beginnt. Im Winter ist es umgekehrt: Die Sonne steigt flach auf, die Tage sind kurz, und Ischa folgt schon frfch am Abend. Wer zwischen Jahreszeiten vergleicht, stellt daher te4glich Verschiebungen von ein bis zwei Minuten fest, die sich fcber Monate zu Stunden summieren.
Bei der Berechnung verwendet man ffcr Fadschr und Ischa Sonnenhf6hen von 9 –1 Grad unter dem Horizont (in Deutschland meist 18b0 ffcr Fadschr, 17b0 ffcr Ischa). Kleinste Abweichungen in den astronomischen Eckdaten kf6nnen deshalb sofort zu anderen Uhrzeiten ffchren.
Schuruq: Die Grenze zwischen Nacht und Tag
Der Begriff Schuruq (Sonnenaufgang) bezeichnet den Moment, in dem die obere Sonnenkante den Horizont durchbricht. Mit diesem Augenblick endet die Fadschr2DZeit. Das bedeutet: Das Fadschr2DGebet muss vollste4ndig vor dem Schuruq abgeschlossen sein. Der Prophet ﷺ warnte ausdrfccklich davor, das Gebet in die «verbotene Zeit» — zwischen Aufgang der Sonne und ihrem Steigen — zu verschieben.
In der Praxis rechnet man einen sicheren Puffer von einigen Minuten ein. Wenn beispielsweise der Schuruq hier in Freiburg um berechnet wird, empfiehlt es sich, die letzte Rakʿa spe4testens ffcnf Minuten vorher zu beginnen. Gerade im Sommer, wenn das Fenster zwischen Fadschr und Sonnenaufgang kurz ist, zahlt sich frfches Aufstehen aus.
Wer wissen mf6chte, welche De4mmerung er beobachtet, kann sich am Himmel orientieren: Vor Fadschr zieht ein horizontales Lichtband auf, das sich rasch ausbreitet. Sobald es sich senkrecht nach oben verengt, beginnt die verbotene Zeit. Dieses einfache Naturzeichen ist weltweit gfcltig und beste4tigt die Zahlen der Gebetskalender.