Geografische Länge – warum der Sonnenuntergang in Hummelsbüttel ein paar Minuten anders liegt als in Nachbarorten
Hummelsbüttel befindet sich bei 10,04° östlicher Länge. Diese wenigen Bogenminuten Unterschied zu Stadtteilen weiter westlich oder östlich von Hamburg wirken sich direkt auf den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs aus, denn die Sonne wandert am Himmel mit rund vier Minuten pro Längengrad. Liegt ein Ort also ein halbes Grad weiter östlich, geht die Sonne dort ungefähr zwei Minuten früher unter. Für das Maghrib-Gebet, dessen Beginn exakt mit dem Verschwinden der Sonnenscheibe unter dem Horizont verknüpft ist, zählt jede dieser Minuten. Deshalb werden die Gebetszeiten für jeden Ort separat berechnet – selbst innerhalb einer Großstadt können sich Maghrib- und damit auch die nachfolgenden Zeiten leicht unterscheiden.
Neben der Länge beeinflusst auch die Breite von 53,65° unsere Gebetszeiten. Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto flacher zieht die Sonne im Sommer und Winter ihre Bahn, was besonders das Ende des Abendrots und damit Ischa betrifft. Ab etwa 48° Breite verlängern sich die Dämmerungsphasen im Sommer erheblich; in Hummelsbüttel sind sie bereits spürbar, jedoch noch klar bestimmbar. Im Winter hingegen senkt sich die Sonne steiler, und das Ende der Abenddämmerung tritt deutlich früher ein.
Wie sich die Spanne zwischen Maghrib und Ischa in den Wintermonaten verkürzt
Der Beginn von Ischa wird erreicht, sobald das rote Abendrot vollständig verblasst. In den Wintermonaten liegt der Sonnenstand tiefer und die Atmosphäre kühlt schneller aus. Dadurch verschwindet das Abendrot oft schon 60–70 Minuten nach Sonnenuntergang. Zwischen Maghrib und Ischa bleibt dann kaum Zeit für lange Alltagswege, was beim Tagesplan berücksichtigt werden sollte.
Im Juni dagegen kann die nautische Dämmerung nördlich von 53° Breite bis zu drei Stunden dauern. Es entstehen damit extrem späte Ischa-Zeiten, die manche Muslime als herausfordernd empfinden. Wer Schwierigkeiten hat, wartet in diesen Nächten häufig auf den in den Rechtsschulen erlaubten Zeitpunkt der Mitternacht (Nisf-al-Lail), der nach manchen Gelehrten mit angegeben wird. Wichtig ist, den eigenen Mazhab zu kennen und konsequent derselben Auffassung zu folgen.
Ein weiterer winterlicher Effekt betrifft Fadschr. Weil die Sonne im Dezember steiler aufsteigt, setzt das Morgengrauen erst relativ kurz vor dem Sonnenaufgang ein; somit lässt sich das Fadschr-Gebet bequemer innerhalb einer engeren Zeitspanne verrichten. Im Hochsommer dagegen kann das Morgengrauen schon kurz nach Mitternacht beginnen, was den Schlafrhythmus deutlich beeinflusst.
Unterschiedliche Asr-Zeit nach Mazhab
Beim Asr-Gebet gibt es zwei etablierte Herangehensweisen: Die meisten Rechtsschulen setzen den Schatten eines Gegenstands in der Länge des eigentlichen Objekts plus seine ursprüngliche Mittagsschattenlänge an. Die hanafitische Schule verlangt die doppelte Länge. In Hummelsbüttel beträgt der Abstand zwischen beiden Berechnungen zurzeit rund eine Stunde, wobei die Differenz im Sommer größer ist als im Winter. Das Monats-Raster auf dieser Seite führt daher beide Optionen separat aus.
MWL, Diyanet, IGMG – weshalb mehrere Rechenmethoden in Deutschland verbreitet sind
Die Grundlage jeder Methode sind astronomische Parameter: Sonnenhöhe unter dem Horizont bei Morgendämmerung (Fadschr) und beim Verschwinden des Abendrots (Ischa). Diese sogenannte «Sonnentiefe» wird in Grad angegeben.
- MWL (Muslim World League): 18° für Fadschr und 17° für Ischa. Diese international genutzte Einstellung spiegelt die konservativsten Werte wider. Sie führt zu einem frühesten Fadschr und einem eher späten Ischa.
- Diyanet: 18° / 17° plus eine atmosphärische Korrektur, die besonders für den türkischen Breitengrad angepasst ist. Für Deutschland übernimmt Diyanet Deutschland (DITIB) diese Basis und veröffentlicht zentralisierte Zeiten.
- IGMG: 12° / 12°. Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş wählte diese flacheren Winkel, weil bei nördlichen Breiten das Dämmerungslicht länger anhält. Dadurch rücken Fadschr und Ischa näher an den tatsächlichen Beginn bzw. das Ende der Dämmerung heran und bleiben für Gläubige praxisnäher.
Da jede Methode andere Sonnenwinkel nutzt, weichen die Resultate selbst bei identischen Koordinaten um mehrere Minuten ab. Deutsche Moscheegemeinden schließen sich je nach traditionellem Hintergrund einer dieser Organisationen an. Wer privat betet, sollte konsequent dieselbe Methode nutzen, um nicht versehentlich Zeiten zu verkürzen oder zu verlängern.
Warum die Wahl der Methode transparent sein sollte
Für Hummelsbüttel werden auf dieser Seite grundsätzlich alle Zeiten aus derselben Quelle erzeugt. So kannst du sie mit den Aushängen deiner Moschee vergleichen. Falls dein Gemeindevorstand andere Werte aushängt, erkundige dich, auf welcher Methode sie beruhen und stelle deine persönlichen Wecker entsprechend um. Konsistenz ist wichtiger als die Frage, welche Variante theoretisch präziser ist.