Fadschr-Beginn und astronomische Dämmerung
Der Beginn des Tagesgebets wird im islamischen Recht an das Einsetzen der astronomischen Morgendämmerung geknüpft. Sobald die Sonne ungefähr 18 Grad unter dem Horizont steht, zeigt sich am östlichen Himmel ein feiner Lichtstreifen – in der islamischen Terminologie als Fadschr ṣādiq bezeichnet. Genau in diesem Moment beginnt in Landsberg am Lech die Zeit für das Fadschr-Gebet. Die Berechnung stützt sich auf fünf feste Parameter: aktuelles Datum, geografische Breite (48,05° N), geografische Länge (10,88° E), die lokale Zeitzone (Europe/Berlin) und den Sonnenstandswinkel, den das jeweils verwendete Recheninstitut zugrunde legt (meist 18° oder 15°).
Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto länger dauern im Sommer die Dämmerungsphasen. Auf der Breite von Landsberg am Lech verschwindet die astronomische Dunkelheit in den Monaten Juni und Juli kaum vollständig. Das führt dazu, dass die Fadschr-Zeit sehr früh – teilweise schon vor 03:00 Uhr – einsetzen kann. Viele Muslime empfinden diese Zeit als herausfordernd, doch sie entspricht den natürlichen Lichtverhältnissen dieser Region.
In den Wintermonaten kehrt sich das Bild um: Die Sonne steigt flacher auf, die Nacht ist länger, und der Fadschr beginnt deutlich später. Der tägliche Kalenderservice berücksichtigt diese saisonalen Schwankungen automatisch.
Asr-Zeit: Unterschiede zwischen den Rechtsschulen
Die Nachmittagsgebetszeit (Asr) beginnt, sobald der Schatten eines Objekts seine eigene Länge erreicht – oder nach der hanafitischen Rechtsschule erst, wenn der Schatten die doppelte Länge hat. Diese Differenz betrifft in Landsberg am Lech vor allem die Sommermonate, weil die Sonne dann höher steht und die beiden Zeitpunkte weiter auseinanderliegen (bis zu 70 Minuten). Der Kalender auf dieser Seite stellt standardmäßig die frühere, von den Schafiiten, Malikiten und Hanbaliten verwendete Methode dar. Wer dem hanafitischen Madhhab folgt, kann sich an der späteren Zeit orientieren.
Beide Meinungen wurzeln in authentischen Überlieferungen über das Verhalten des Propheten (s) und werden als gültig anerkannt. Entscheidend ist, sich konsequent an eine der Methoden zu halten, damit keine Gebetszeit versehentlich versäumt wird.
Schuruk (Sonnenaufgang) als Grenze für das Fadschr-Gebet
Der Begriff Schuruk bezeichnet den Augenblick, in dem die obere Sonnenscheibe den Horizont durchbricht. Damit endet die Fadschr-Zeit. Wer also das Morgengebet verrichten möchte, muss dies vor erledigen. Danach ist das Gebet bis etwa 15 Minuten nach Sonnenaufgang vorübergehend nicht erlaubt (Karaha-Zeit), weil die Sonne dabei nach islamischer Lehre zwischen den „Hörnern des Schaitans“ aufgeht (vgl. authentische Hadithe).
Diese klare Grenze verhindert Überschneidungen mit der folgenden Zuhr-Periode und erinnert daran, dass Sonnenstand und Gebetszeiten unmittelbar miteinander verknüpft sind. Ein ähnlicher Zusammenhang besteht abends: Maghrib beginnt exakt mit dem Untergang der Sonnenscheibe und leitet schließlich in die Ischa-Zeit über, sobald die astronomische Abenddämmerung verschwunden ist.