Landshut liegt auf 48,53° nördlicher Breite und damit in einer Zone, in der die Länge des Tages- und Nachtbogens des Sonnenlaufs stark zwischen Sommer und Winter schwankt. Das hat unmittelbare Folgen für die Gebetszeiten: Im Juni ist das Zeitfenster zwischen Fadschr und Ischa besonders lang, während sich in den kurzen Dezembertagen die Gebete enger aneinanderreihen. Gerade in späten Sommernächten kann die astronomische Dämmerung kaum vollständig einsetzen, was das Ende der Ischa-Zeit und den Beginn der neuen Fadschr-Periode leicht nach hinten verschiebt.
Wie sich die geographische Länge auf den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs auswirkt
Neben der Breitengradlage spielt für Landshut auch die geographische Länge (12,16° O) eine Rolle. Städte gleicher Breite, aber weiter westlich – etwa Ulm – erleben den Sonnenuntergang im Schnitt rund zehn Minuten später, weil die Sonne die westlicheren Meridiane verzögert erreicht. Umgekehrt geht die Sonne im östlicher gelegenen Passau einige Minuten früher unter. Diese Differenzen werden in der Berechnung der Gebetszeiten durch die exakte Längenkorrektur aufgefangen. Für das Maghrib-Gebet heißt das: Schon geringe longitudinale Abstände reichen, damit Nachbarstädte verschiedene Beginntakte haben. Wer also pendelt oder reist, sollte stets das lokale Maghrib-Zeitfenster beachten anstatt sich auf eine einzige „bayerische“ Uhrzeit zu verlassen.
Hanafi- und Schafiʿi-Berechnung des Asr in Niederbayern
Das Asr-Gebet beginnt, sobald der eigene Schatten eine bestimmte Länge erreicht. Im schafiʿitischen, malikitischen und hanbalitischen Rechtsverständnis gilt der Moment, in dem der Schatten die Länge des Objekts erreicht (zusätzlich zum Mittags-Schatten). Der hanafitische Madhhab verlangt eine Verdoppelung dieser Länge. An einem klaren Sommertag in Landshut bedeutet dies oft einen Unterschied von 60 bis 70 Minuten, im Winter verkürzt sich die Spanne auf etwa 30 Minuten, da die Sonne steiler untergeht. Auf den Monats-Tabellen finden Sie daher zwei Spalten für Asr. Beide Zeiten sind korrekt innerhalb ihres jeweiligen Fiqh-Rahmens; Muslime orientieren sich üblicherweise an der Methode ihres Madhhab oder der lokalen Gemeinde.
Vergleich der Berechnungsmethoden MWL, Diyanet und IGMG
In Deutschland sind drei Rechenparameter besonders verbreitet:
- MWL (20°/18°): Die Muslim World League setzt die Morgendämmerung bei −18° Sonnenstand an und das Ischa-Beginn bei −17° bis −18°. Sie wird oft von international agierenden Gebets-Apps verwendet.
- Diyanet (18°/17°): Die türkische Präsidentschaft für religiöse Angelegenheiten nutzt etwas geringere Winkel und ergänzt sie um lokale atmosphärische Korrekturen. In Landshut führen diese Anpassungen meist zu einem wenige Minuten späteren Fadschr und früheren Ischa im Vergleich zur MWL.
- IGMG (18°/17° plus empirische Tabellen): Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş gleicht die Winkel mit Beobachtungsreihen aus Mitteleuropa ab. Dadurch liegen die Zeiten zwischen MWL und Diyanet, teilweise identisch mit Diyanet.
Abweichungen von bis zu zehn Minuten zwischen den Methoden sind normal. Die Entscheidung für einen Ansatz hängt oft von der Zugehörigkeit zur Gemeinde, der Herkunftsfamilie oder einfach von der Einhaltung eines bundesweiten Gemeinschaftsrahmens ab. Wichtig ist, konsequent bei einer Linie zu bleiben, um Verunsicherung zu vermeiden.
Moscheen und islamische Zentren in Landshut
| Name | Adresse | Kontakt |
|---|---|---|
| Yunus-Emre-Moschee (DITIB) | Ottostraße 7, 84034 Landshut | ditib-landshut.de |