Die auf dieser Seite angezeigten Gebetszeiten beruhen auf astronomischen Berechnungen, die speziell für den Ort Lankwitz (Breite 52,44° N, Länge 13,35° E) und die Zeitzone Europe/Berlin erstellt wurden. Weil Lankwitz knapp nördlich des 52. Breitengrades liegt, unterscheiden sich die Tages- und Nachtlängen im Jahresverlauf besonders stark: Im Juni ist die Nacht sehr kurz, im Dezember dagegen ausgesprochen lang. Das macht sich bei den Zeiten für Fadschr und Ischa deutlich bemerkbar, denn beide Gebete sind an das erste bzw. letzte Dämmerungslicht gebunden.
Fadschr und Schuruq – warum das Zeitfenster begrenzt ist
Fadschr beginnt mit dem ersten Morgengrauen, wenn der horizontale Streifen des Lichts den Nachthimmel durchbricht. In den meisten europäischen Gebetskalendern wird dies definiert, wenn die Sonne etwa 18 Grad unter dem Horizont steht. Ab diesem Moment darf das Morgengebet verrichtet werden.
Mit dem Sonnenaufgang (Schuruq) endet das Zeitfenster. Spätestens dann muss Fadschr abgeschlossen sein. Arbeite deshalb mit dem klaren Orientierungspunkt Schuruq: Sobald die obere Sonnenscheibe den Horizont berührt, ist das Nachholen von Fadschr nicht mehr zulässig, bis die Sonne wieder deutlich gestiegen ist.
Die Differenz zwischen Beginn und Ende variiert im Jahreslauf erheblich. Im Hochsommer kann zwischen und kaum mehr als 70 Minuten liegen; im Winter sind es oft über zwei Stunden. Wer Schichtarbeit hat oder lange pendelt, sollte diese natürlichen Schwankungen genau kennen, um das Morgengebet nicht zu verpassen.
Hinweis zur geografischen Breite: Je weiter nördlich ein Ort liegt, desto früher taucht die Morgendämmerung im Sommer auf. In Lankwitz erscheint Fadschr an den längsten Tagen schon gegen 03:00 Uhr, während muslimische Gemeinden weiter südlich erst deutlich später in den Tag starten.
Asr-Berechnung: Schafiʿi- vs. Hanafi-Methode
Das Nachmittagsgebet (Asr) beginnt, wenn der Schatten eines senkrecht stehenden Objekts seine eigentliche Länge plus einen bestimmten Multiplikator erreicht.
- Schafiʿi-, Maliki- und Hanbali-Schule: Asr beginnt, sobald die Schattenlänge das Eins-zu-eins-Verhältnis erreicht (Schatten = Objektlänge).
- Hanafi-Schule: Hier wird gewartet, bis der Schatten doppelt so lang ist wie das Objekt – folglich verschiebt sich der Asr-Beginn nach hinten.
In Lankwitz beträgt der Unterschied zwischen beiden Methoden an einem typischen Frühlingstag etwa 45–60 Minuten; im Hochsommer kann er auf rund 70 Minuten anwachsen, weil die Sonne flacher über den Himmel zieht. Viele Gebetskalender zeigen deshalb zwei Zeilen für Asr an. Richte dich nach der Rechtschule, der du folgst, und sei dir bewusst, dass beide Ansätze islamrechtlich anerkannt sind.
Der späteste zulässige Zeitpunkt für Asr ist für alle gleich: Er endet mit dem direkten Vor-Maghrib-Glanz, also kurz bevor die Sonne untergeht.
Geographische Länge: Warum der Sonnenuntergang in Lankwitz anders ist als in Nachbarstädten
Lankwitz liegt auf 13,35° östlicher Länge. Pro Längengrad verschiebt sich der wahre Sonnenhöchststand – und damit auch der Sonnenuntergang – um rund vier Minuten. Berlin-nahe Orte wie Potsdam östlich bzw. westlich davon spüren diese Differenz kaum, doch vergleicht man Lankwitz mit Köln (6,96° E) oder Hamburg (9,99° E), entsteht schon ein Zeitversatz von bis zu 25 Minuten.
Die Gebetszeiten werden stets lokal berechnet, damit Maghrib wirklich exakt beim Sonnenuntergang erfolgt. Übernimm daher keinesfalls Kalender aus anderen Städten, selbst wenn sie in derselben Zeitzone liegen. Kleine Abweichungen in der Länge bewirken spürbare Unterschiede, die das Einhalten der Pflichtzeiten beeinflussen.
Einfluss auf Maghrib und Ischa
Da Maghrib unmittelbar mit dem Untergang der Sonnenscheibe beginnt, rücken alle nachfolgenden Zeiten nach. Bei größerer westlicher Länge ist Maghrib später, bei östlicher früher. Das schlägt sich vor allem auf Ischa nieder, das an die astronomische Dämmerung gebunden ist. In Lankwitz dauert es selbst im Juni noch mindestens 70–80 Minuten nach Maghrib, bis das letzte Rot des Himmels verschwindet und Ischa eintritt.
Während der Wintermonate verkürzt sich diese Spanne. In der dunklen Jahreszeit liegen zwischen Maghrib und Ischa oft nur 60 Minuten. Diese Dynamik macht deutlich, warum sich die Gebetszeiten jeden Tag leicht verschieben und warum ein genauer, ortsbezogener Kalender unverzichtbar ist.