Wie das Fadschr-Gebet anhand astronomischer Dämmerung ermittelt wird
Die Pflichtgebete sind unmittelbar an sichtbare Sonnenphänomene geknüpft. Für Fadschr gilt: Das Gebet darf erst beginnen, wenn die astronomische Morgendämmerung einsetzt, also wenn der Sonnenmittelpunkt 18 ° (in einigen Methoden 17 ° oder 15 °) unter dem Horizont steht. In diesem Moment breitet sich am östlichen Horizont ein schwacher, aber in der Breite anhaltender Lichtstreif aus. Dieser Punkt wird Fadschr ṣādiq genannt und markiert auch den Beginn des täglichen Fastens.
Lauf an der Pegnitz liegt auf 49,51 ° nördlicher Breite. Je weiter eine Stadt vom Äquator entfernt ist, desto länger dauern die Dämmerungsphasen. In den Sommermonaten verschwindet der Nachtdunkel-Anteil fast völlig; dadurch rutscht das Fadschr-Gebet sehr weit nach vorne, während Ischa deutlich später beginnt. Umgekehrt verkürzt sich die Morgen- und Abenddämmerung im Winter; Fadschr liegt dann näher am Sonnenaufgang (Sonnenaufgang ist hier gleichbedeutend mit Schuruk). Genau deshalb verschiebt sich die Zeitangabe auf deinem heutigen Kalender von Tag zu Tag um einige Minuten.
Für heute in Lauf an der Pegnitz beginnt Fadschr laut der hier verwendeten Methode um . Zwischen diesem Zeitpunkt und dem Sonnenaufgang – – bleibt ein Sicherheitsfenster von gut einer Stunde, damit das Morgengebet nicht mit dem Verbot des Gebets nach Sonnenaufgang kollidiert.
Der Längengrad von Lauf an der Pegnitz und der lokale Sonnenuntergang
Neben der Breite beeinflusst auch die geographische Länge die Gebetszeiten. Lauf an der Pegnitz liegt bei 11,28 ° östlicher Länge und damit etwas östlicher als Nürnberg, aber westlicher als Amberg. Jede Längendifferenz von 15 ° entspricht einer ganzen Stunde Sonnenzeit. Das bedeutet, dass der Sonnenuntergang (Maghrib) in Lauf an der Pegnitz täglich wenige Minuten früher stattfindet als in Städten weiter westlich, aber später als in Orten weiter östlich derselben Breite.
Maghrib beginnt unmittelbar mit dem Verschwinden der oberen Sonnenscheibe unter dem Horizont. Die hier eingeblendete Zeit beruht auf exakten Positionsdaten (Koordinaten, Höhenmeter, atmosphärische Refraktion) sowie auf der offiziellen Zeitzone Europe/Berlin inklusive Umstellung auf Sommerzeit. Dadurch erhältst du eine lokale, keine gerundete Zeitangabe.
Da in Europa viele muslimische Gemeinden ihre Berechnungen auf der gesetzlichen Uhrzeit (MEZ/MESZ) durchführen, können Ortsverschiebungen von wenigen Kilometern bereits Unterschiede von bis zu fünf Minuten ausmachen. Wenn zwei Kalender also leicht voneinander abweichen, bedeutet das nicht zwingend einen Rechenfehler, sondern spiegelt oft nur eine andere Koordinatengrundlage wider.
Berechnungsmethoden MWL, Diyanet und IGMG im Vergleich
In Deutschland haben sich drei Rechenmethoden etabliert:
- MWL (Muslim World League) – 18 °/17 °-Regel für Fadschr und Ischa. Diese Methode liefert in Mitteleuropa relativ frühe Morgengebetszeiten und späte Nachtgebetszeiten.
- Diyanet (Türkische Präsidium für Religionsangelegenheiten) – 18 °/17 °, jedoch mit zusätzlicher atmosphärischer Korrektur und Aufrundung auf volle Minuten. Viele Moscheen türkischer Herkunft folgen diesem Kalender.
- IGMG – baut auf Diyanet auf, passt aber die Höhen- und Breitengradfaktoren feiner an. Dadurch entstehen kleine Unterschiede, besonders im Sommer.
Alle drei Verfahren nutzen dieselben astronomischen Grundlagen, unterscheiden sich jedoch bei:
- der Wahl der Dämmerungswinkel (15–18 °);
- den Korrekturfaktoren für Refraktion, Geländehöhe und Rundung;
- den Sicherheitsabständen (Imsâk) vor Fadschr oder nach Maghrib.
Für Lauf an der Pegnitz wird standardmäßig die MWL-Methode angezeigt, weil sie von vielen deutschsprachigen Gebetszeitdiensten verwendet wird und mit den großen islamischen Zentren der Region kompatibel ist.
Warum unterscheidet sich die Asr-Zeit zwischen den Rechtsschulen?
Die Differenz hat ihren Ursprung in der Auslegung des Hadith, in dem der Prophet ﷺ die Asr-Zeit anhand der Länge eines Schattens beschreibt. Nach der Schafi‘i-, Maliki- und Hanbali-Schule beginnt Asr, sobald der Schatten eines Gegenstandes seine eigene Länge erreicht (plus den Mittags-Nullschatten). Die Hanafi-Schule wartet, bis der Schatten das Doppelte der Körperlänge misst. In Breiten um 49 ° führt das im Sommer zu einer Differenz von rund einer Stunde, im Winter zu wenigen Minuten. Viele Gebetskalender – auch unserer – geben beide Zeiten an, damit jeder seinem Madhhab folgen kann.
Unabhängig von der Schule endet die Asr-Zeit mit dem Sonnenuntergang, was wiederum den Beginn von Maghrib markiert.