Die hier angezeigten Gebetszeiten beruhen auf astronomischen Berechnungen, die speziell für Puchheim (48,15° N, 11,35° O) und die Zeitzone Europe/Berlin erstellt werden. Weil die Position der Sonne sich täglich minimal verschiebt, ändert sich auch jede einzelne Gebetszeit stetig um wenige Minuten. Gerade auf einer nördlichen Breite von rund 48 ° fallen die jahreszeitlichen Unterschiede deutlich aus: Im Sommer verlängert sich der Tag auf über 16 Stunden, in den tiefen Wintermonaten schrumpft er auf knapp 8 Stunden. Das wirkt sich vor allem auf Fadschr und Ischa aus, weil in hellen Sommernächten die nautische Dämmerung nur sehr kurz oder gar nicht vollständig verschwindet.
Schuruk: Warum das Fadschr-Gebet davor enden muss
Schuruk bezeichnet den Moment, an dem die obere Kante der Sonnenscheibe den Horizont erreicht. Dieser Zeitpunkt ist identisch mit dem zivilen Sonnenaufgang und markiert das Ende der zulässigen Zeit für Fadschr. Der Prophet ﷺ sagte sinngemäß, dass das Morgengebet vor dem Aufgehen der Sonne beendet sein soll. Wer also sein Fadschr beten möchte, hat nur das Zeitfenster zwischen dem Eintreten der astronomischen Morgendämmerung (wahre Fadschr) und dem Sonnenaufgang um . Danach beginnt eine der verbotenen Zeiten zum freiwilligen Beten, bis sich die Sonne deutlich vom Horizont gelöst hat. Ein Blick auf die Gebetszeiten hilft daher, Verspätungen zu vermeiden und das Gebet rechtzeitig abzuschließen.
Geografische Länge und der lokale Sonnenuntergang
Viele Muslime wundern sich, warum der Sonnenuntergang in Puchheim ein paar Minuten früher oder später liegt als in der nahegelegenen Großstadt München. Der Grund liegt in der geografischen Länge: Pro Längengrad (etwa 111 Kilometer entlang des Breitengrades) verschiebt sich der Sonnenuntergang um rund vier Minuten. Puchheim liegt westlich des 11. Längengrads. Verglichen mit einer Stadt weiter östlich – zum Beispiel Landshut – setzt die Sonne hier geringfügig später. Reisen Sie hingegen nach Augsburg (ca. 10,9° O), geht die Sonne dort einige Minuten früher unter. Diese Differenz wirkt sich unmittelbar auf Maghrib und indirekt auf Ischa aus. Deshalb ist es sinnvoll, immer das Gebetszeiten-Schema für den jeweils aktuellen Aufenthaltsort zu nutzen, anstatt pauschal die Uhrzeiten einer anderen Stadt zu übernehmen.
Astronomische Dämmerung: Wie Fadschr exakt berechnet wird
Die Eintrittszeit des Fadschr basiert auf dem Erscheinen der sogenannten «wahren Morgendämmerung» (arab. Fadschr ṣādiq). Astronomisch gesehen ist das der Moment, in dem die Sonne einen Winkel von 12°–18° unter dem Horizont erreicht und das erste horizontale Lichtband auftritt. Islamische Organisationen verwenden dafür unterschiedliche Vertiefungswinkel, zum Beispiel 18° (ZIJ), 15° (MWL) oder 12° (UOIF). Ein größerer Winkel führt zu einer früheren Fadschr-Zeit, ein kleinerer zu einer späteren. Durch die Auswahl des Berechnungsparameters entstehen die bekannten Differenzen zwischen Internetseiten oder Gebetskalendern.
Asr nach den beiden madhhab-Methoden
Auch die Asr-Zeit bietet Spielraum. Die hanafitische Schule betrachtet den Zeitpunkt, an dem der Schatten eines Objekts seine doppelte Länge erreicht (ohne den Mittags-Schatten), während die übrigen drei sunnitischen Rechtsschulen bereits die einfache Schattenlänge als Beginn ansehen. In unseren Tabellen können Sie deshalb wahlweise die eine oder die andere Methode ablesen. Wichtig ist, sich konsequent an eine der beiden Varianten zu halten, um Gebete nicht unnötig zu verzögern.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Jede Gebetszeit entsteht aus einer klar definierten Sonnenposition, die mithilfe des Datums, der Koordinaten und der lokalen Zeitzone rechnerisch bestimmt wird. Kleine Differenzen zwischen Kalendern sind normal, solange sie im Rahmen anerkannter Berechnungsmethoden bleiben. Wer ständig unterwegs ist, sollte die örtlichen Zeiten regelmäßig prüfen, damit alle fünf täglichen Gebete innerhalb ihrer jeweiligen Scharʿī-Fristen verrichtet werden.