Warum sich Berechnungsmethoden unterscheiden: MWL, Diyanet und IGMG
In Deutschland werden vor allem drei Berechnungsmethoden ffcr Gebetszeiten genutzt: die Muslim World League (MWL), das tfcrkische Pre4sidium ffcr Religionsangelegenheiten (Diyanet) und die Islamische Gemeinschaft Millee Gf6rfcs (IGMG). Alle drei verwenden dieselben astronomischen Grundlagen 7bSonnenstand, Koordinaten von Remscheid, Zeitzone Europe/Berlin7d, setzen aber unterschiedliche Winkel ffcr die Berechnung der b0f0flichen De4mmerung an. Bei MWL liegt der Winkel ffcr Fadschr und Ischa meist bei 18b0 unter dem Horizont, Diyanet arbeitet in Europa he4ufig mit 18b0 ffcr Fadschr, aber 17b0 ffcr Ischa, we4hrend IGMG 15b0 ansetzt. Je kleiner der Winkel, desto spe4ter beginnt Fadschr und desto frfcher endet Ischa.
Die Wahl der Methode he4ngt von theologischen Erwe4gungen, klimatischen Verhe4ltnissen und historischen Gepflogenheiten ab. In tfcrkisch gepre4gten Gemeinden dominiert deshalb Diyanet, we4hrend moscheelose Muslime oft auf MWL-Tabellen in Apps zurfcckgreifen. IGMG orientiert sich an Praktikabilite4t in nf6rdlichen Breiten und verkfcrzt die Nacht, um extrem spe4te Ischa-Zeiten zu vermeiden. Remscheid liegt mit 51,18b0 N deutlich nf6rdlich von Mekka; im Juni wird es nur ffcr kurze Zeit dunkel. Deshalb kann eine Methode mit kleinerem Winkel in den Sommermonaten den Alltag erleichtern, ohne das Gebet audferhalb seiner zule4ssigen Zeit zu verlegen.
Ob eine Gemeinde in Remscheid die eine oder andere Tabelle verwendet, spiegelt also keine religif6se Wertung, sondern eine pragmatische Entscheidung wider. Wichtig ist, sich ffcr eine konsistente Quelle zu entscheiden, damit die Gebete sicher innerhalb der zule4ssigen Fristen verrichtet werden.
Asr-Zeit nach den Rechtsschulen: hanafitisch vs. schafiitisch
Die ffcnf Pflichtgebete sind nach allen Rechtsschulen festgelegt, doch beim Nachmittagsgebet (Asr) existieren zwei fbliche Auffassungen. In der hanafitischen Schule beginnt Asr, wenn der Schlagschatten eines Gegenstandes seine eigene Le4nge plus die Mittagsle4nge erreicht. Schafiiten, Malikiten und Hanbaliten nehmen bereits die einfache Schattenle4nge als Beginn.
In Remscheid ffchrt der Unterschied im Sommer zu einer Verschiebung von rund einer Stunde, im Winter zu deutlich weniger. Moscheen mit tfcrkischem oder sfcdasiatischem Hintergrund folgen meist dem hanafitischen Zeitfenster, we4hrend arabisch gepre4gte Gemeinden oft der schafiitischen Praxis folgen. Beide Varianten gelten als gfcltig; es empfiehlt sich jedoch, konsequent dem eigenen Madhhab oder der ortsfcblichen Praxis zu folgen, um Doppelgebete oder ausgelassene Zeiten zu vermeiden.
Wer privat betet, kann sich am gewünschten Rechtsschul-Zeitpunkt orientieren. Auf den Monatslisten sind aus diesem Grund manchmal zwei Asr-Spalten angegeben oder ein Hinweis wie abAsr (Hanafi)bb.
Fadschr und Schuruk: der kurze Zeitkorridor vor Sonnenaufgang
Fadschr bezeichnet das Morgengebet, sein Beginn orientiert sich an der Morgende4mmerung (Fadschr Sadiq), also an dem Moment, in dem das erste horizontale Lichtband am Osthorizont erscheint. Diese Phase dauert in Remscheid im Sommer nur etwa 80–90 Minuten, im Winter deutlich le4nger.
Schuruk () ist der eigentliche Sonnenaufgang. Bis zu diesem Zeitpunkt muss Fadschr vollendet sein. Nach Schuruk folgt eine rund 15-minfctige Karenzzeit, in der nach den meisten Gelehrten keine freiwilligen Gebete verrichtet werden. Das ne4chste Pflichtgebet, Zuhr, beginnt erst nach dem Sonnenzenit.
Die Breitengrade wirken hier stark mit: In Remscheid steigt die Sonne im Juni extrem flach an, wodurch die Morgende4mmerung frfcher einsetzt und Fadschr entsprechend weit vor der Arbeit oder Schule liegen kann. Im Dezember ist der Zeitraum entspannter, da die Sonne spe4t aufgeht.
Ischa wiederum beginnt, wenn die rf6tliche Abendde4mmerung komplett verschwunden ist. Bei 51b0 nf6rdlicher Breite kann das im Hochsommer erst nach 23 Uhr sein. Methoden mit kleinerem Winkel (z. B. IGMG) setzen den Beginn frfcher an, um eine praktikable Gebetsroutine zu ermf6glichen.