Gebetszeiten in St. Pauli

Namaz

Nächstes Gebet: Shuruk in

Fajr Morgengebet
Shuruk Sonnenaufgang
Dhuhr Mittagsgebet
Asr Nachmittagsgebet
Maghrib Abendgebet
Isha Nachtgebet
Informationen
Heute
, Samstag, 24 Oktober 2026
Hijri
13 Dschumada l-ula 1448
Ort
St. Pauli, Hamburg, Deutschland
Zeitzone
Europe/Berlin
Breitengrad
53.55700000
Längengrad
9.96400000
Einstellungen

Monatliche Gebetszeiten St. Paulioktober 2026

Datum Fajr Shuruk Dhuhr Asr Maghrib Isha

Rechenmethoden in Deutschland: MWL, Diyanet und IGMG

Im Alltag der Muslime in St. Pauli begegnen einem meist drei Berechnungsmethoden für die Gebetszeiten: die Methode der Muslim World League (MWL), die der Türkischen Religionsbehörde Diyanet und die der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Alle drei beruhen auf identischen islamrechtlichen Grundlagen, nämlich den koranischen Versen und authentischen Hadithen, unterscheiden sich aber in den astronomischen Parametern, die sie ansetzen:

  • MWL verwendet für Fadschr und Ischa einen Sonnenstand von –18° unter dem Horizont. Dieser Wert wurde in den 1970er-Jahren als internationaler Kompromiss vorgeschlagen und ist heute weltweit verbreitet.
  • Diyanet setzt –18° für Fadschr, aber –17° für Ischa an. Damit beginnt die Nachtgebetszeit in der Regel ein paar Minuten früher als nach MWL und erleichtert Gläubigen das Einhalten des Nachtgebets.
  • IGMG passt die MWL-Werte örtlich an: Für Deutschland gilt –18°/–17°, jedoch werden zusätzlich atmosphärische Korrekturen für hohe Breitengrade berechnet. In nördlichen Städten wie Hamburg sorgt das für realistischer erscheinende Ischa-Zeiten im Sommer.

Welche Methode man wählt, hängt oft von der eigenen Gemeinde oder vom Herkunftsland ab. Wichtig ist, konsequent eine Methode zu benutzen, damit keine Gebete verpasst werden. Die Unterschiede bewegen sich in St. Pauli gewöhnlich im Bereich von wenigen Minuten; die Pflicht, das Gebet pünktlich zu verrichten, wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Astronomische Grundlagen – wann beginnt der Fadschr?

Der Beginn des Fadschr ist an die astronomische Morgendämmerung gebunden. Sie tritt ein, sobald der Sonne geometrisch ein bestimmter Winkel unter dem Horizont zugeschrieben wird. Bei –18° (MWL) zeigt sich der erste schwache Lichtstreif (arabisch fadschr ṣādiq) am Osthorizont. Ab diesem Moment darf gefastet und muss das Morgengebet verrichtet werden.

St. Pauli liegt auf 53,557° nördlicher Breite. Durch diesen hohen Breitengrad verlängern sich im Sommer die Tage stark. Zwischen Mai und Juli sinkt die Sonne nachts kaum mehr als 12–14° unter den Horizont. Dadurch gehen die theoretischen –18° oft in den frühen Abendstunden vor Mitternacht verloren; die Gebetszeiten-Rechner simulieren deshalb eine «angeglichene» Morgendämmerung. In der Praxis bedeutet das:

  • Fadschr und Ischa rücken im Sommer enger zusammen – manchmal bleiben nur zwei bis drei Stunden Abstand.
  • Im Winter dagegen herrscht tiefe Dunkelheit; die –18° werden früh erreicht, sodass Fadschr deutlich später und Ischa deutlich früher liegt als im Sommer.

Die Berechnungsprogramme berücksichtigen Datum, geografische Länge (9,964° O), Zeitzone (Europe/Berlin) und die Gleichung der Zeit. Zusätzlich werden atmosphärische Brechung und Reflektion einbezogen, um praxisnahe Ergebnisse zu liefern.

Asr-Zeit im Vergleich: schafiitische und hanafitische Schule

Alle vier Rechtsschulen stimmen darin überein, dass die Asr-Zeit beginnt, sobald der Schattenkörper eines Objektes seine eigene Länge plus den Mittags-Schatten erreicht. Uneinigkeit herrscht nur darüber, wann genau diese Bedingung erfüllt ist:

  • Schafiitische, malikitische und hanbalitische Meinung: Asr beginnt, wenn der zusätzliche Schatten eine Körperlänge erreicht (Faktor 1).
  • Hanafitische Meinung: Asr beginnt erst, wenn der zusätzliche Schatten zwei Körperlängen beträgt (Faktor 2). Diese Ansicht basiert auf Überlieferungen, die ein späteres Verrichten des Nachmittagsgebets begünstigen.

In St. Pauli führt die hanafitische Zeitformel im Sommer zu einem Asr, der bis zu einer Stunde später liegt als der schafiitische Wert, im Winter meist nur zu einer Differenz von 20–30 Minuten. Viele Gebetskalender bieten daher zwei Spalten an. Wer der hanafitischen Schule folgt, sollte den späteren Zeitpunkt einhalten; wer einer der anderen drei Schulen folgt, kann schon ab der früheren Zeit beten.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird das Ishaa-Gebet im Sommer in dieser Region berechnet?

Da die Sonne auf 53° Nord oft nicht mehr tief genug unter den Horizont sinkt, wird eine sogenannte "angle-based night portion" angewandt. Die gebräuchlichen Methoden (MWL, Diyanet, IGMG) teilen die Nacht in Bruchteile ein und verschieben die Ischa-Zeit auf einen realistisch dunklen Zeitpunkt, ohne das Kriterium des vollständigen astronomischen Zwielichts zu verlassen.

Warum ändert sich die Gebetszeit jeden Tag um einige Minuten?

Die Erde bewegt sich täglich relativ zur Sonne, sodass Sonnenauf- und ‑untergang kontinuierlich wandern. Schon ein Unterschied von 0,25° in der Sonnenposition entspricht einer Zeitverschiebung von einer Minute. Dieser natürliche Vorgang spiegelt sich in allen fünf Gebetszeiten.

Welche Berechnungsmethode ist in Deutschland am verbreitetsten?

Die meisten Moscheeverbände nutzen die von der IGMG angepasste MWL-Methode (–18°/–17° mit Breitengradkorrektur). Diyanet-Kalender sind in türkisch geprägten Gemeinden gebräuchlich, MWL in internationalen Apps.

Kann ich mich auf die Minute genau auf diese Zeiten verlassen?

Die veröffentlichten Zeiten sind präzise genug, um das Gebet sicher innerhalb seines Rahmens zu verrichten. Minuten-Differenzen zwischen Kalendern sind normal und berühren die Gültigkeit des Gebets nicht, solange man nicht bewusst vor Beginn oder nach Ablauf der Zeit betet.

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