Geografische Länge und ihr Einfluss auf den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs
Wermelskirchen liegt auf 7,22 ° östlicher Länge. Je weiter ein Ort östlich liegt, desto früher sinkt die Sonne unter den Horizont. Pro Längengrad verschiebt sich der Sonnenuntergang um rund vier Minuten. Im Vergleich zu Köln (6,96 ° E) geht die Sonne hier also knapp eine Minute früher unter, gegenüber Düsseldorf (6,77 ° E) sind es fast zwei Minuten. Solche scheinbar kleinen Differenzen können den Beginn des Maghrib-Gebets bereits messbar vorverlegen. Wer häufig zwischen benachbarten Städten pendelt, sollte deshalb stets das lokale Gebetszeiten-Schema beachten.
Die geographische Breite von 51,14 ° N führt dazu, dass die Tage im Sommer sehr lang und im Winter auffällig kurz sind. Dadurch rücken Fadschr und Ischa in den hellen Monaten extrem nahe aneinander, während sie im Dezember weit auseinanderliegen. Die deutliche Saisonalität ist besonders für die Planung des Tarawih- und Qiyâm-Gebets relevant, auch wenn sie auf dieser Seite nicht eigens dargestellt wird.
Astronomische Dämmerung: Wie der Fadschr exakt berechnet wird
Der Beginn des Fadschr ist dann erreicht, wenn das erste horizontale Morgenlicht (frühe Dämmerung, Fadschr sadiq) erscheint. Astronomisch definiert man diesen Moment über den Sonnenstand unter dem Horizont. Bei einem Winkel von −18 ° beginnt die sogenannte astronomische Dämmerung; viele Gelehrte sehen darin eine zuverlässige Marke für Fadschr. Einige Rechenmethoden verwenden jedoch −17 ° oder −15 °, um den besonders langen Dämmerungsphasen nördlicher Breiten Rechnung zu tragen.
Weil Wermelskirchen weiter nördlich als Mekka oder Kairo liegt, dauern die Übergangsphasen zwischen Nacht und Tag hier länger. In den Wochen um die Sommersonnenwende erreicht die Sonne nur kurz oder gar nicht die −18 °, sodass sich Fadschr rechnerisch nach vorn verschiebt. Parallel wird Ischa später, weil erst die astronomische Dunkelheit eintreten muss. Das Resultat ist eine sehr kurze «Nacht» von oft weniger als vier Stunden. Ein praktischer Vergleich ist die Mitte der Nacht, hier als Shortcode dargestellt: . Sie zeigt, dass die Halbnacht im Juni schon kurz nach Mitternacht liegen kann.
Der Sonnenaufgang (Sonnenaufgang / Schuruk) markiert nicht den Beginn, sondern das Ende der Zeit für Fadschr. Zwischen dem Einsetzen des ersten Morgengrauens und dem Durchbrechen der Sonnenscheibe bleibt damit ein klar definierter Zeitkorridor.
Berechnungsmethoden in Deutschland: MWL, Diyanet und IGMG
In Deutschland haben sich drei Algorithmen etabliert, die alle auf anerkannten astronomischen Formeln beruhen, sich aber hinsichtlich der Dämmerungswinkel und einiger Detailparameter unterscheiden:
- Muslim World League (MWL): Fadschr −18 °, Ischa −17 °. Weltweit verbreitet, liefert für mittlere Breiten ausgewogene Ergebnisse.
- Diyanet (Präsidium für religiöse Angelegenheiten der Türkei): Fadschr −18 °, Ischa −17 °, nutzt jedoch eigene Korrekturtabellen für hohe Breiten. Viele deutsch-türkische Gemeinden greifen auf diese Variante zurück.
- IGMG (Islamische Gemeinschaft Millî Görüş): Fadschr −12 °, Ischa −12 °. Der geringere Winkel verkürzt die extreme Sommerlücke zwischen Fadschr und Ischa und erleichtert die Praxis in nördlichen Regionen.
Alle drei Methoden verwenden für Zuhr den wahren Sonnenhöchststand, für Maghrib den tatsächlichen Sonnenuntergang und unterscheiden beim Asr zwei Meinungen:
- Hanafi-Madhhab: Die Schattendistanz muss das Doppelte der Objektlänge erreichen.
- Schafiʿi-, Maliki- und Hanbali-Madhhab: Es genügt das Einfache der Objektlänge.
Auf den ersten Blick scheint der Unterschied gering, doch in Wermelskirchen kann sich Asr im Sommer um 40–50 Minuten nach hinten verschieben, wenn man der hanafitischen Auffassung folgt. Deshalb zeigen viele Zeitpläne beide Varianten an oder kennzeichnen sie ausdrücklich.
Moscheen und islamische Zentren in Wermelskirchen
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